Inside the Westfalenstadium.

Im Westfalenstadium.

Das war es, das erste offizielle Spiel der neuen Saison 2017/18. Es ging immerhin um den ersten Titel der Saison, den Supercup. Was können wir aus diesem Spiel als Erkenntnisse festhalten?

Es war nicht immer ein packendes und spannendes Spiel. Beide Seiten haben häufig extrem viele Fehlpässe gespielt. Insgesamt aber war es ein Spiel auf Augenhöhe, keine der beiden Mannschaften war wirklich deutlich besser als die Andere. Die Anfangsminuten gehörten klar den Dortmundern und die Belohnung für den beherzten Auftritt ließ nicht lange auf sich warten. Als die Bayern einen Moment lang behäbig verteidigten, erkämpfte sich Christian Pulisic den Ball, lief auf den Keeper zu und ließ ihm keine Chance. Bewundernswert, wie er den Ball kaltschnäuzig an Ullreich vorbei zirkelte.

Wie es so häufig passiert, wenn sie in Rückstand geraten, übernahmen die Bayern darauf das Kommando und drückten den BvB in die eigene Hälfte zurück. Immer wieder erspielten sich die Bayern gute Torchancen, auf Seite der Borussen war aber spätestens bei Bürki Schluss. Dennoch musste der BvB den Ausgleich hinnehmen. Dieses Spiel war Übrigens das erste Spiel mit Videobeweis, wie der Kicker berichtet, gab es allerdings gleich zwei Pannen in zwei kritischen Situationen. Beim Pass von Kimmich habe ich den Bayernspieler eigentlich im Abseits gesehen und ich war schon etwas verwundert, als der Treffer als gültig gegeben wurde.

In der zweiten Hälfte plätscherte das Spiel lange Zeit vor sich hin, schließlich gewannen die Borussen wieder Oberhand. Lange Zeit war von den Bayern nichts zu sehen. Wie aus dem Nichts dann eine Megagelegenheit, in Führung zu gehen. Bürki war allerdings wieder einmal Endstation. Im direkten Gegenzug die erneute Führung für den BvB. Es ging alles ganz schnell und als Dembélé mit einem Killerpass Aubameyang in Szene setzte, hatte Ullreich keine Chance.

Würde der BvB diese Führung über die Zeit bringen und den erste Titel der neuen Saison gewinnen? Leider nein. Lange Zeit hatten die Bayern auch in der zweiten Hälfte keine dringende Möglichkeit, Dortmund hatte eigentlich alles im Griff. Ein völlig unnötiger Bodycheck des eingewechselten Passlack gab den Bayern kurz vor Schluss noch einmal eine goldene Gelegenheit und durch den anschließenden Freistoß fiel tatsächlich auch noch der späte Ausgleich.

Im anschließenden Elfmeterkrimi hatten die Bayern letztendlich die besseren Nerven und Bartra vergab den entscheidenden Elfmeter auf Dortmunder Seite.

Aber eigentlich soll dies hier kein ausführlicher Spielbericht sein, es geht einfach darum, die ersten Eindrücke des neuen BvB unter Coach Peter Bosz ins rechte Licht zu rücken.

Mir hat dieses erste Pflichtspiel unter dem neuen Trainer gefallen, man kann jetzt schon seine Handschrift erkennen. Das Gegenpressing funktioniert, das Spiel war ein Spiel auf gleicher Augenhöhe. Speziell die letzten Begegnungen gegen die Bayern mit Thomas Tuchel gefielen mir überhaupt nicht. Zu gross war die Überlegenheit der Bayern, zu stark war der BvB eingeschnürt in der eigenen Hälfte. Zu viele Großchancen konnten die Bayern sich erspielen.

Gestern war es nicht so. In einigen Phasen waren die Bayern dominant, ja. Aber auch der BvB hatte seine dominanten Phasen. Alleine diese Erkenntnis gibt viel Hoffnung für die kommende Saison.

Man konnte allerdings auch deutlich sehen, dass noch nicht alles richtig passt. Wir haben viele Abstimmungsfehler und Pässe ins Leere gesehen. Da fehlt in der Tat noch jede Menge Finetuning.

Als Fan müssen wir uns auch noch an die neuen Spieler gewöhnen. Es fehlt noch die Bindung zum neuen Spielsystem, speziell bei Spielern wie Philipp und Dahoud, die erst spät zum Kader gestoßen sind.

Insgesamt glaube ich, werden wir in diesem Jahr noch viel Freude am Spiel des BvB haben. Wird es reichen, die Bayern mal kräftig zu ärgern? Es wird sich zeigen, die Bayern sind auch noch längst nicht da, wo sie sein möchten. Es wäre jedenfalls mal wieder schön, den Ulli mit roten Kopf auf der Tribüne zu sehen 😉.

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Spielerbewertungen

Bester BvB-Spieler gestern war Roman Bürki, einige fantastische Reflexe und Paraden. Leider ist er kein Elferkiller und bewegt sich viel zu nervös und auch viel zu früh.

Gut aufgefallen außerdem Pulisic nicht nur aufgrund seines Treffers, der Junge kann kämpfen und auch gut dribbeln.

Eine gute Aktion von Aubameyang im ganzen Spiel, aber mehr braucht ein Stürmer ja auch nicht.

Positiv zudem Castro und Nuri Sahin.

Negativ aufgefallen ist hauptsächlich Felix Passlack. Schon vor dem entscheidenden Foulspiel kurz vor Schluss mehrere dumme Aktionen.

Alle anderen mehr oder weniger neutral und deshalb keine weiteren Kommentare zu den Dortmunder Spielern.

Negativ aufgefallen bei den Bayern sind Ribéry und Lewandowski. Tut mir leid Lewa, aber so wie du gestern einige Male eingestiegen bist, war das total übertrieben. So wirst du eigentlich nur immer mehr unsympathisch. Je länger man bei den Bayern spielt, umso mehr färbt das wohl auf deine Persönlichkeit ab.

Oder ist der Ribéry jetzt dein Vorbild? Der hat es dir wohl vorgemacht, so wie der gestern wieder mal ein paar Mal richtig reingegangen ist. Und dann noch sein Gesicht, als er seinen Elfer verwandelt hat. Na ja, lassen wir es mal gut sein für heute.